Arbeitsmarkt in Österreich: Der Staat frustriert

Foto: RS Verlag/Roland Ferrigarto
Dr. Ralph Gallob, CEO Indfustrie-Logistik Linz über die frustrierende Suche nach Arbeitskräften. (Foto: RS Verlag/Roland Ferrigarto)

09.10.2016, Wien: Während die Arbeitslosenquoten in Österreich in die Höhe schnellen, suchen Unternehmen händeringend Fachkräfte und sogar ungelerntes Personal. Wie das sein kann, dieser Frage ist BUSINESS+ LOGISTIC einmal nachgegangen. Offenbar verliert der österreichische Arbeitsmarkt an Attraktivität. Der Staat Österreich ist daran nicht unwesentlich beteiligt(hier klicken und Artikel fertig lesen) 

Ein Bericht von

CR Hans-Joachim Schlobach

„Saisonbedingt steigt die Arbeitslosigkeit ab August wieder an, derzeit sind rund 389.000 Personen arbeitslos oder in Schulungen des AMS gemeldet, dies ist ein Plus gegenüber Ende Juli von rund 10.000 Personen. Im interessanteren Vorjahresvergleich präsentiert sich ein sehr ähnliches Bild wie auch schon Ende Juli 2016. Mit einem Plus von rund 4.000 oder +1,1 Prozent steigt die Arbeitslosigkeit nur relativ leicht an.“ – So liest sich der Bericht des österreichischen Arbeitsmarktservice, AMS, vom 31. August 2016. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von sechs Prozent. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich drei Ränge hinter Deutschland auf Platz sechs. Regional gesehen belegt Wien mit rund 150.000 Arbeitslosen dabei mit weitem Abstand den Spitzenplatz, während Tirol derzeit den Spitzenplatz bei der Beschäftigung und der niedrigsten Arbeitslosenquote einnimmt.

Intensives Recruiting
So weit, so gut: Laut AMS stehen diesen Arbeitslosen nur etwas mehr als 60.000 verfügbare Arbeitsplätze sofort bzw. in nächster Zeit gegenüber. Mit anderen Worten: Nur ein Fünftel der Arbeitslosen kann in der nächsten Zeit tatsächlich einen Job bekommen – und Abhilfe dürfte hinsichtlich neuer Arbeitsplätze kaum zu erwarten sein. Denn die österreichische Wirtschaft ist derzeit nur in Teilbereichen auf Wachstum gepolt. Die meisten streben nach Auslastung ihrer bestehenden Kapazitäten und investieren lieber in die Produktivität ihrer Mitarbeiter.

Wo die Arbeitskräfte sind. Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass Unternehmen trotz der hohen Arbeitslosenzahlen händeringend nach Fachkräften suchen. Selbst im sogenannten „ungelernten“ Sektor ist es auch großen Unternehmen kaum möglich, geeignetes Personal zu finden und, was noch wichtiger ist, dieses auch dauerhaft zu halten. ....

(hier klicken und Artikel fertig lesen)